Anekdoten und Geschichten

Gisela Radtke – mit ihrem Gedicht „Der Kuhhandel“


Ein Artikel von Laura Bongartz ( zur Grenzwanderung Okt. 2014)

Der Grenzweg…
oder die Erwachsenen und der Getränkewagen

In den Herbstferien war ich mit meiner Familie in Wittgenstein. Dort hat unsere Familie ein kleines Häuschen, das uns schon seit 2 Generationen gehört. Dadurch kennen wir unsere Nachbarn sehr gut und sind mit ihnen schon lange befreundet. Als die Mutter von meiner besten Freundin Michelle ihren Geburtstag gefeiert  hat, hat sie meine Eltern auch eingeladen, während mein Bruder und ich im Häuschen auf sie gewartet haben. Nachdem sie zurückgekommen sind, meinte meine Mutter, dass das Dorf morgen eine Grenzwanderung machen würde und ob wir Lust hätten mit den Nachbarn zusammen mitzuwandern. Wir sagten „ja“ und am nächsten Tag ging es dann auch schon los. Die Nachbarn hatten ihre junge Hündin „Cara“ mit und hofften, dass sie die Wanderung durchhalten würde. Als wir zum Treffpunkt kamen, stand dort schon ein „Getränkewagen“, so dass Michelle, mein Bruder und ich schon dachten, dass die Wanderung doch länger wird als erwartet. Es kamen immer mehr Dorfbewohner und selbst Michelle meinte, dass sie an einem Tag noch nicht so viele Leute in dem Dorf gesehen hätte. Die älteren Leute fingen an ihr erstes Getränk zu nehmen, doch dann nahmen sie noch eins, so dass wir nach einem kurzen Gruppenfoto und einer kurzen Aussage, dass die Wanderung mit mehreren Pausen wäre, schon eine Stunde später losging, als geplant. Auch unsere Eltern fingen langsam an sich zu fragen, wie lang denn nun diese Grenzwanderung sein würde. Nachdem wir losgegangen sind waren Michelle, mein Bruder und ich fast die ersten von der Gruppe, da die anderen Leute so langsam gingen. Jedoch hatten wir keine Ahnung, wo wir überhaupt genau lang wandern würden, so dass wir hinter den vier ersten Leuten blieben. Wären diese allerdings auch langsamer geworden, hätten wir drei wahrscheinlich die Gruppe zum falschen Ziel gebracht. Dies alles verdarb uns aber nicht den Spaß, im Gegenteil, wir mussten fast den ganze Wanderung lachen. Als wir nach ca 10 Minuten an eine Landstraße kamen, welche sonst eigentlich kaum befahren ist, musste genau in dem Moment, wo wir über die Straße gehen wollten, eine lange Autoschlange kommen. Nach einer gefühlten halben Stunde wandern hörte man schon von weitem Musik und auf einmal stand mitten auf einem Waldweg wieder –der „Getränkewagen“! Wir dachten, dass dies vielleicht nur eine kurze Getränkepause werden würde, jedoch hatten wir uns auch dabei getäuscht. Die älteren Leute, freuten sich schon auf die Pause, nachdem sie 10 Minuten später als wir dann auch ankamen. Dafür, dass sie sich beim Wandern viel Zeit gelassen hatten, konnten sie sehr viel und schnell reden, so dass die Pause eineinhalb Stunden gedauert hat. Plötzlich gingen ein paar der älteren Dorfbewohner los, die anderen wateten mit dem weiterwandern noch ein paar Minuten. Wir auch. Dann ging es weiter und „Cara“ durfte endlich mit  einem anderen Hund spielen, damit die Wanderung nicht allzu langweilig für sie wurde. Dabei sprang sie in jede Pfütze und machte Michelle und mich dann immer nass. Nach kurzer Zeit hatten wir auch die älteren Leute wieder eingeholt und wanderten nun mehr als Gruppe. Wir dachten, dass die Wanderung jetzt vielleicht erst richtig losgehen würde, denn nun wanderten wir nur noch durch den Wald. Aber nach 45 Minuten ging es einen Hügel hinab und da war er wieder, der „Getränkewagen“! Er stand mitten auf einem Feldweg unter einer Baumallee. Diese war nur knappe 5 Minuten Fußweg von unseren Häuschen entfernt. Da wir keine Lust auf eine zweite Pause hatten und wir zur Toilette mussten, gingen Michelle, mein Bruder und ich kurz zu uns nach Hause. Die Eltern von Michelle brachten gleichzeitig  „Cara“ nach Hause und meine Mutter wollte uns abholen, wenn die Wanderung weiterging. Wir wussten, dass wir nachher bei einem alten und kleinen ehemaligen „Horchposten“ der Bundeswehr grillen würden. Dieser war allerdings direkt auf einem Berghügel, der nur 2 Minuten  Autofahrt von dieser Pausenstation entfernt war. Mein Vater ging den Grenzweg um den Hügel herum, während wir über einen anderen Weg am Hügel die Wanderung abgekürzt hatten. Wir waren aber nicht die Einzigen, auch andere Leute der Gruppe taten das Gleiche. Viele ältere Dorfbewohner wurden mit Autos zum Bundeswehrstandort hochgefahren. Als wir dann auf der Hälfte des Hügels waren, versuchte der Getränkewagen den Hügel hochzukommen, schaffte es jedoch erst nach dem dritten Anlauf, da er so schwer war. Nachdem wir dann bei der Bundeswehr ankamen, stand auf dem kleinen Gelände – genau – schon wieder, der fertig aufgebaute „Getränkewagen“! Nach ein paar Minuten kamen dann auch die letzten Wanderer, welche den richtigen Grenzweg noch zu Ende gegangen waren. Dann fing die Party erst richtig an, und auch die älteren Leute kamen in Schwung. Nun kam denn jede 10 Minuten jemand zu meinem Vater und fragte diesen, wo wir herkämen. Als er dann antwortete, dass wir aus Düsseldorf kämen und uns das kleine Häuschen oben im Dorf gehören würde, wussten dann alle immer direkt Bescheid. Ach so, die Düsseldorfer waren wieder da. Am Ende gingen wir dann ein bisschen früher mit den Nachbarn nach Hause und hatten an diesem Tag für insgesamt 6,5 km genau 5 Stunden gebraucht, was für uns eher ein kleiner Spaziergang gewesen wär, als eine Wanderung. Aber letztendlich hatten wir alle Spaß und es war auch der schönste, sonnigste und lustigste Tag in den Herbstferien!

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